Willkommen bei RK-Racing 

Motorrad und Rollershop 

        

Kfz-Meisterbetrieb - Motorradwerkstatt - Tüv Abnahme

Dynojet Leistungsprüfstand - Authorized Powercommander Dealer

Offizieller Händler für BENELLI und KEEWAY Motorroller 

Aktualisiert  14. April 2009            

 

 

 

Deutsche Seriensportmeisterschaft 2006

VIZEMEISTER Klasse 6, High-Tech Zweizylinder:

Rainer Kopp - RK-Racing

Mannschaft: ADAC Hessen Thüringen 1

Motorrad:  Ducati 996R (Jolly Jumper)

Reifen: Continental Race Attack

Bremsbeläge: SBS Scandinavian Brake Systems

Kette: DID & Wieres Alukettenräder

Öl und Kettenspray:  Fuchs - Silkolene

Dynojet Power Commander

Sponsored by HKT-Haigerer Kunststoff Technik

 

Saisonzusammenfassung folgt

 

Die Renngeschichten in der Reihenfolge neu oben, alt nach unten scrollen

 

 

“Never give up” in Hockenheim

Der fünfte Lauf von sieben findet am 17.6. 2006 in Hockenheim statt. Der Wetterbericht verspricht blauen Wolkenlosen Himmel und dreißig Grad im Motodrom. Geil, meine Strecke, mein Wetter –das muss passen. Nach dem zweiten Platz in Oschersleben könnte diesmal ein weiterer Podestplatz drin sein.
Zusammen mit meinem Conti-Reifenberater Wolfgang Zeyen hecken wir die Reifenpaarung für den kleinen Kurs aus: vorne ein ganz normaler Strassen Sport Attack – derselbe Reifen der auch bei BMW in der Erstausstattung montiert wird – hinten ein mittelharter Race Attack. Übersetzung und Bremsbeläge sind bereits montiert, ebenso das Fahrwerk eingestellt.
Als ich sodann am frühen Samstagmorgen, zu einer Uhrzeit zu der ich in der Regel noch gar keinen Blutdruck hab: 08:00 Uhr – mit Jolly Jumper frohgemut Richtung Transponderschleife rolle, denke ich so bei mir: Transponderschleife. Da wird geprüft, ob der Transponder geht und auch mit der richtigen Startnummer verknüpft wurde. Transponder. Scheiße, ich hab doch gar keinen Transponder! Bei der Papierabnahme hatte ich mit Manfred Bauch über Sinn und Unsinn des Motorsports im Allgemeinen und des Seriensports im Besonderen gesabbelt, dabei aber völlig dieses kleine rote unscheinbare aber doch so wichtige Kästlein vergessen. Ich binde Jolly Jumper also Flugs vor dem Hockenheimer Saloon (Mobil-Turm genannt) an, renne in den selbigen um nach langen drei Minuten endlich das begehrte Kästchen zu bekommen. Thorsten Witter, der Fahrtleiter, weist mich noch schnell darauf hin, dass ich mit dem Transponder hinten um den Turm herum laufen muss, sonst wird eine Runde zuviel gezählt. Gesagt getan, durch die Tech. Abnahme zum Gaul gerannt, Transponder dran, und ab geht’s. Die anderen kommen derweil schon aus Runde zwei zurück..
Jolly Jumper freut sich riesig, die neuen Söckchen aus Korbach gefallen ihm gut und im gestreckten Galopp bewegen wir uns hinein ins Feld der Zuviasse. Nach nur zwei Runden hab ich keinen Kupplungsdruck mehr… Porca Miseria entfleucht es mir in meinen Uvex, warum Luft im System? Ich überlege mal so für ein oder zwei Runden, da es ohne Kupplung aber beim Runterschalten bockt beschließe ich den Heimatlichen Korrall und den Pferdedoktor aufzusuchen. Ein bisschen Entlüftet und es geht wieder, schnell weiter. Aber: zwei Runden später wieder dasselbe. Während ich weitere fünf Runden ohne Kupplung drehe, zermartere ich mir mein Hessisches Großhirn wo denn die Ursache liegen könnte. Nehmerzylinder lose? Kupplung lose? Drucklager kaputt ? – besser mal gucken. Raus an die Box, den Kupplungsdeckel ab, ei gucke da, das Lager ist ob der frühen Hitze im Motodrom gerade im Begriff sich in Wohlgefallen aufzulösen, ein paar der Kugeln sind schon Richtung Aquadrom ausgewandert. In meiner Teilekiste hab ich drei neue Lager, schnell das Hämmerlein gezückt, mit dem 5er Inbus schlage ich das Lager von der Druckstange runter und das neue drauf. Deckel wieder drauf, Druck Pumpen, ist da, Handschuhe über die verdreckten Pfoten gezogen und ab. Die Freude über den gerade gewonnenen Kupplungsdruck hält aber nur eine Runde, und schon ist er wieder weg. Also noch mal raus, Ruhe bewahren, mein Idol Lance Armstrong hätte jetzt gesagt: Never give up, try it Again.. Also noch mal mit den letzten Tropfen Flüssigkeit im Behälter zweimal Entlüftet – Druck ist da, hurra, mit einem kleinen Wheeliechen betreten wir das Feld der Ehre und wissen aber nicht, ob die fehlenden Runden überhaupt noch zu schaffen sind. Die Strecke ist voll, es müssen bestimmt über 80 Fahrer sein die sich hier tummeln. Leider hab ich nun gar keine Zeit auf Geplänkel, unter Missachtung sämtlicher Freundlichkeit fahre ich in der DP eine schnellste Runde von 1.12.04 und ganz viele 1.13er Runden… Alle Versuche im Kopf auszurechnen ob die Zeit noch reicht schlagen fehl, Mist, hätte ich früher in Mathe doch bloß nicht immer einen Fensterplatz gehabt! Ca bei km Stand 100 fahre ich raus, Wolfgang sagt: NOCH 10 RUNDEN, DAS SCHAFFST DU! Leider hat Marco etwas zu wenig Sprit bereit, er kennt sich in meinem Geraffel nicht aus, ich bin aber heilfroh das er mir hilft. Ich schreie noch im wegfahren: ich muss noch mal Tanken! Und bin weg. 10 Runden später steht Marco Benzin bei Fuß, wir kippen reichlich Elixier hinein, Wolfgang sagt: 47 Runden sind voll, noch zwei Minuten! Schnell noch eine Runde und rein in den geschlossenen Parc, puh, Schwitz, geschafft!
Leider haben wir in all der Hektik versäumt, den Kupplungsdeckel wieder zu montieren – was lt Reglement aber nicht so ganz erlaubt ist. Ich gehe also eine halbe Stunde später zum Obersten Technischen Kommissar, erkläre die Situation und bitte um Erlaubnis, bloß den Deckel mit zwei Schrauben befestigen zu dürfen, was mir auch gestattet wird. Zusammen mit einem Offiziellen gehe ich in den Parc und schraube den Deckel hin, was ca 30 Sekunden dauert.
Zwischen Dauerprüfung und Rennstart hab ich etwas Zeit, übe mit dem Quad (ein 85er Yamaha Raptor) meiner Tochter Wheelies (was quer durchs ganze Fahrerlager funktioniert) und lerne den Forumsbruder Sergej (Druckduc) kennen, welcher ein netter Ducatista zu sein scheint, unser weiterer Forumsbruder Frank (Redduc 749) verweilt zu dieser Zeit schon in der Uniklinik zu Mannheim um dort die Ordnungsgemäß angelegte Spitzenunterwäsche der hoffentlich hübschen Schwestern zu überprüfen. Ich freue mich darüber das es neue Leute in unserer Klasse gibt, die ihre Doppelläufigen Italienischen Jagtflinten ihrer Bestimmung zuführen und helfen den Mob aus Noale herzubrennen.

Rennstart
12:45, high Noon in Hockenheim. Alles schwitzt und steht im Schatten, aber ich stehe in der prallen Sonne neben meinem treuen gelben Pferd und genieße die Hitze mit der Erkenntnis, bei solchen Temperaturen auf dem kleinen Kurs schon lange kein Rennen mehr verloren zu haben. Die Contis sehen trotz der Dauerprüfungstortur von fast 48 Runden Vollgas noch hervorragend gut aus - ich guck aber gar nicht so richtig hin, besser einfach drauf Vertrauen das es hält !
Startaufstellung, Ich hab Platz drei, mein derzeitiger Meisterschaftsstand, Punktgleich mit ?  der hat aber einen Sieg und ich noch nicht, das zählt mehr. Zwei Einführungsrunden, ich fahre vorneweg, aber nicht zu schnell: den Gegnern nicht zu früh zeigen was geht, und das Feld in der zweiten Runde zusammenkommen lassen, sonst kocht der Motor bevor alle am Startplatz stehen.
Start: leider komme ich nicht Optimal weg, es war lange Rot und ich hab gezögert um keinen Frühstart zu riskieren. Erst mal in Bewegung produziere ich den üblichen, Fehlerfreien Katapultstart, Jolly Jumper saugt gierig die heiße Hockenheimer Luft in seine Nüstern und wir biegen als erste in die Nordkurve. Jetzt aber eilig, der Mob aus Noale will sich bestimmt nicht so einfach geschlagen geben. Etwa zur Halbzeit, die Contis gehen Saugut, die Bremse Tadellos, der Rhythmus stimmt – laufe ich Eingang Motodrom auf drei Reiter auf, die ihre fetten Gäule (Kl.8 Fahrer) nicht so recht unter Kontrolle haben. Sie blockieren Richtung Sachs die rechte Spur, es beibt keine Wahl und ich steche nach innen – was sich im selben Moment als Fehler erweist, die denken gar nicht dran die bauen Flaggen zu beachten und klemmen mich zu dritt ein! Hendrik lacht sich ins Fäustchen, ich kann es hören als er uns sofort alle zusammen außenrum überholt! Schell hinterher rufe ich Jolly Jumper ins Ohr, der darf uns nicht entwischen! Das Glück ist uns hold und der Druck auf Hendrik groß genug, er verbremst sich bald Eingang Querspange und ich schlüpfe innen durch. Im Helm schreie ich mich an, los du Feigling, jetzt brems endlich mal wie ein Mann und lass dir den Sieg nicht abnehmen! Nach langen Runden erscheint bei Start/Ziel das Zeichen für die letzte Runde. Die klappt auch gut, wir fahren immer noch in Führung Richtung Zielstrich und der Rennleiter winkt ab, der Rennleiter winkt ab, der Rennleiter winkt ab, VERDAMMT WO IST DER RENNLEITER? Die Pfeifen haben falsch angezeigt, noch eine Runde und ich bete zum Herrgott der Rennfahrer mir beizustehen, was er denn auch macht: Sieg mit einer Zehntelsekunde vor Hendrik Peuker

Am 9.7. am Nürburgring folgt Duell Nummer sechs und neue Korbacher Gummis stecken schon im Ofen…

Laptimes: 1.16.06 / 1.12.78 / 1.12.55 / 1.12.63 / 1.12.36 / 1.14.64 / 1.12.55 / 1.14.69 / 1.12.64 / 1.14.41 / 1.13.02 / 1.13.12 / 1.13.81 / 1.12.52 / 1.12.69 / 1.12.40 (viele Überrundungen, sofort an + 2 Sec. erkennbar)

Bis bald
Rainer (und sein gelbes Pferd..)